Linguistically Speaking

Tuesday, 14. November 2006

Werbespruch des Tages

Mit wie viel Geld Sie glücklich werden, hängt von ... Ihrer finanziellen Situation ab.

(Swisscanto, in der NZZ).

Sinn oder Unsinn?

Friday, 10. November 2006

Weils meinen SchülerInnen so gut gefallen hat wie mir damals

Paris, 1. Mai 1977

sich an den händen fassen
die augen zumachen
und losrennen

daran
dass euch dieser wunsch überfällt
erkennt ihr
die ankunft der liebe

dann
dürft ihr nicht zögern

fasst euch an den händen
macht die augen zu
rennt los

(Alfred Andersch)

(wobei wir uns nicht einig sind, ob das ein Gedicht ist)

(und weil es mir immer noch gefällt)

(und weil ich sonst zu nichts komme)

(und ja, das ist jetzt die letzte Klammer. Vielleicht wirklich ein Symptom von Fussnoten-Entzug, dieses obsessive klammern?)

Sunday, 22. October 2006

Extreme-Run-On-Line-Rhyming

Beautiful soup! Who cares for fish,
Game, or any other dish?
Who would not give all else for two p
ennyworth only of beautiful soup?

"The Mock Turtle's Soup Song"
From: Lewis Carroll, Alice in Wonderland, p. 102.

How to Get Your Students' Attention in Grammar Lessons

Learn something f(airly) useful about grammar lessons and word use in Indian English:

Indian_Teacher (mp3, 504 KB)

Friday, 13. October 2006

Verglast

“[…] Es geht um den Sturz in die Tiefe, und zwar von der Lorzentobelbrücke zwischen Baar und Menzingen. Immer mal wieder springt einer, der nicht weiterleben will, hinunter. Jetzt lässt die Zuger Regierung an der Brücke unüberwindbare Wände aus Plexiglas anbringen, und man fragt sich natürlich, warum sie nicht früher darauf gekommen ist.
So einfach die Lösung manchmal ist für die komplizierten Probleme des Lebens, man muss doch auch weitergehen und fragen, was der Lebensmüde denn nun tut, wenn er unverrichteter Dinge abzieht. Geht er einfach heim und freut sich am schieren Dasein? Oder pflückt er im Wald den nächstbesten Pilz? Betritt er eine Apotheke und kauft ein Päckchen Xerbotryl®? Erwirbt er in der landwirtschaft- lichen Genossenschaft einen reissfesten Kälberstrick?
Eigentlich müsste die Zuger Regierung ja überall Plexiglasswände aufstellen, entlang von Geleisen, um Pilze und Apotheken herum und um landwirtschaftliche Genossenschaften. „Ach nein!“, sagt der Zuger Gesundheitsdirektor Joachim Eder am Fernsehen. Das rein Brückenspezifische genüge. „Die wissenschaftliche Forschung hat gezeigt, dass Leute, die sich mit einem Sprung aus der Höhe das Leben nehmen, sich nicht vor den Zug werfen oder mit Gift umbringen würden.“ Die Brücke als originärer Ort der suizidalen Inspiration. Da darf der Laie wieder mal über die Wissenschaft staunen. Ja Gopf, wie hat sie das nur herausgekriegt? Wir sehen den Forscher förmlich im Lorzentobel sitzen und den herabstürzenden Probanden per Megaphon die Frage zurufen: „Hätten Sie sich auch vorstellen können, einen giftigen Pilz zu essen?“

Aus: Mathias Ninck, „Hinter Plexiglass“, Kolumne in der NZZ am Sonntag vom 8. Oktober 06.

Tuesday, 10. October 2006

Warum ich nicht blogge...

Das Wesentliche der intellektuellen Ausbildung ist der Erwerb der Fähigkeit, die Welt so zu sehen, wie andere sie sehen, und die Möglichkeit zu berücksichtigen, dass andere vielleicht etwas sehen, was wir nicht gesehen haben.

(...ich bin daran herauszufinden, wie man das anderen beibringen könnte - falls das überhaupt etwas Beibringbares ist...)

Sunday, 10. September 2006

Lieblingsgedichte?

Ich hab nie viel deutsche Lyrik gemacht (im Gymnasium gar keine, an der Uni ein Viertelsemester Einführung). Jetzt werd ich Lyrik unterrichten und möchte auf keinen Fall nur Goethe/Eichendorff /Rilke bringen. Habt ihr Tipps? Lieblingsgedichte? LieblingsautorInnen?

(Und was mich auch interessieren würde: kennt ihr die aus der Schule?)

Merci (auch im Namen meiner SchülerInnen ;-))!

Friday, 25. August 2006

Wonder What Wilde Wants

In this world there are only two tragedies.
One is not getting what one wants, and the other is getting it.

Oscar Wilde, Lady Windermere's Fan (1892)

Wednesday, 23. August 2006

Frauen mitgemeint? oder Stereotypischer gehts kaum...

NZZ am Sonntag vom 20. August:

Jeder Zweite tut es, besagt eine internationale Studie. Jeder Zweite denkt, kurz bevor er ins Flugzeug steigt, an seinen Sitznachbarn. Nicht an die daheim gelassene Frau, noch an das bevorstehende Meeting. Nein. Die Gedanken kreisen einzig um die unbekannte Person, mit der man gleich die Flugzeit und die gemeinsame Armlehne teilen wird: "Hoffentlich ist sie hübsch." - "Hoffentlich spricht er mich nicht an." Und seit Herbst 2001: "Hoffentlich kein Terrorist."

Bild dazu: eine verängstigt dreinblickende Frau.

(ich bin nicht sicher, was mich mehr ärgert: das offensichtlich nicht generische Maskulinum, oder dass die angsthabende Person auf dem Bild dann -obwohl unpassend zumindest zum ersten Abschnitt - dann natürlich doch eine Frau ist).
 
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